Druckwellen   Eigenschaften

Am Auftreffpunkt an der Hautoberfläche wird eine Druckstörung in das darunter liegende Gewebe eingekoppelt. Der Druckpuls breitet sich mit Schallgeschwindigkeit im Gewebe aus. Er besitzt aber wesentlich andere Parameter als der vorher besprochene Stosswellenpuls. So liegen die erreichbaren Drucke im Bereich 0.1-1 MPa, (ähnlich dem diagnostischen Ultraschall), und die Pulsdauer entspricht einem mechanischen Stoss von 1-5 Millisekunden. Der Druckpuls ist damit um etwa den Faktor 1000 länger als ein Stosswellenpuls mit einer Dauer von < 1 Mikrosekunde.

Auf Grund der Pulslänge kann im Bereich des gesamten Körpers keinerlei Fokussierung erfolgen. Die eingeleitete akustische Energie nimmt mit zunehmender Gewebetiefe (r) proportional 1/r2 rasch ab. Nach wenigen Millimetern ist die Energiedichte auf Werte abgesunken, die therapeutisch unwirksam sind.

Da beide Pulse sich mit annähernd derselben Geschwindigkeit von ca. 1500 m/sec im Körper ausbreiten, ergibt sich auch in der räumlichen Ausdehnung der Pulse (Pulslänge) ein Unterschied um den Faktor 1000, also < 1 mm für Stosswellen gegenüber > 1m für ballistisch erzeugte Druckwellen.

Wenn bereits bei Stosswellen die nichtlinearen Einflüsse des Mediums nicht immer stark ausgeprägt sind, man also streng genommen nicht immer von Stosswellen reden kann, so trifft dies auf die ballistisch erzeugten Druckwellen um so mehr zu. Der Begriff Stosswellen ist hier also physikalisch falsch und medizinisch irreführend, da es sich trotz desselben Oberbegriffs (Druckwellen) um sehr unterschiedliche Wellenformen handelt.

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