Im medizinischen Anwendungsbereich versteht man unter dem Oberbegriff Druckwellen akustischen Wellen, die sich mit Schallgeschwindigkeit im Körper ausbreiten. Für Weichteilgewebe beträgt die Ausbreitungsgeschwindigkeit ähnlich wie im Wasser ca. 1500 m/sec. Im Knochengewebe und in gashaltigem Gewebe (Lunge) weichen diese Werte erheblich nach oben bzw. unten ab. Die Frequenzbereiche der Wellen reichen von Infraschall (<20 Hz) über den Hörbereich (20- 20.000 Hz) bis in den medizinischen Ultraschallbereich (>20 kHz, typisch 1-20 MHz)
Von Stosswellen im physikalischen Sinne spricht man, wenn bei Druckwellen auf Grund von hohen Druckamplituden (typisch > 10 MPa = 100 bar) und Nichtlinearitäten des Ausbreitungsmediums eine Aufsteilung der Wellen erfolgt, so dass sich sehr kurze Anstiegszeiten von wenigen Nanosekunden (10-9sec) ergeben.
Medizinisch genutzte Stosswellen sind weiterhin dadurch gekennzeichnet, dass es sich um kurze Druckpulse (< 1 Mikrosekunde (10-6sec)) mit Druckamplituden von ca. 10-100 MPa handelt. Diese Pulsform beinhaltet Frequenzen von einigen 100 kHz bis ca. 20 MHz. Diagnostischer Ultraschall besitzt dagegen eine weitaus geringere Bandbreite von wenigen MHz und deutlich geringere Drucke von ca. 1 MPa.
