ESWT bei Fasciitis plantaris (bei Fersensporn-Problematik)
Definition
Es handelt sich um eine Entzündung des Ansatzes der Fussohlen-Sehnenaponeurose am Fersenbein. In den meisten Fällen ist zusätzlich ein verkalkter Fersensporn vorhanden.
Indikation
Wenn alle konservativen Massnahmen (Einlagen, Spritzen, Physiotherapie) keine Besserung gebracht haben und der nächste Schritt eine Operation wäre, kann die ESWT als Alternative in Betracht gezogen werden.
Kontraindikationen
bakterielle Infektion im Behandlungsgebiet
Tumor im Behandlungsgebiet
Blutgerinnungsstörung
Grund-Untersuchung
Erhebung der Anamnese.
Eintritts-Untersuchung klinisch und ergänzt mit Röntgenbildern und einer
Fuss-Sonographie.
Blutanalysen zum Ausschluss einer floriden bakteriellen Entzündung und einer relevanten
Gerinnungsstörung.
In der Regel muss zuerst das konservative Therapie-Spektrum
erfolglos ausgeschöpft worden sein. Hierzu gehören:
- Einlagen
- Injektionen
- Physiotherapie
Kosten
Es empfiehlt sich sehr, die Kosten-Übernahme durch die Krankenkasse abzuklären. Zur Zeit (Herbst 1999) ist die ESWT am Bewegungsapparat in der Schweiz noch keine Pflichtleistung der Krankenkasse.
Die eigentlichen direkten Kosten der ESWT betragen pro Sitzung etwa sFr. 600.-, hinzu kommt Verbrauchsmaterial (die elektromagnetische Spule eines Gerätes kostet bsp. ca. sFr. 15'000.- und muss nach mehreren 100'000 Schüssen ersetzt werden. Pro ESWT-Behandlung werden in der Regel etwa 2000 Schuss abgegeben). Zu den eigentlichen Kosten der ESWT kommen noch die Grundkosten (Konsultation etc.) sowie Kosten von Kontroll-Untersuchungen, Monitoring, Lokalanästhesie etc. hinzu.
Durchführung der Behandlung (gemäss Schema der Privatklinik Bethanien Zürich)
Lokalanästhesie mittels 15 - 20 ml Carbostesin.
Lagerung des Patienten.
Zentrierung des Stosswellen-Fokus unter Durchleuchtung mit dem Röntgen-C-Bogen in zwei
Ebenen, später vorallem mittels Bio-Feedback durch den Patienten.
Applikation von 2000 Stosswellen in steigender Stärke.
Am Schluss der Behandlung Kontrolle mittels Sonographie.
Nachbehandlung je nach Bedarf mit Antirheumatica und in Reserve zusätzliche Schmerzmittel.
Zweimalige Wiederholung der Behandlung in der Regel nach je einer Woche.
Nachkontrollen
Gemäss Schema erste Nachkontrolle klinisch und sonographisch nach 6
Wochen und 3 Monaten.
Weitere Kontrollen bei Bedarf alle 3 Monate oder telefonische Erkundigung.
Resultate
ca. 60 - 70% der behandelten Patienten werden fast oder ganz beschwerdefrei und erlangen die normale Gehfähigkeit zurück.
ca. 10 - 20% der behandelten Patienten haben deutlich weniger Beschwerden und können damit leben. Weitere Massnahmen sind dann in der Regel nicht notwendig.
ca. 20 % der behandelten Patienten sprechen auf die ESWT leider nur ungenügend oder gar nicht an. Diese müssen dann andern Verfahren (Operation) zugeführt werden.