Man unterscheidet bei der Stosswellen-Therapie verschiedene Formen, die von der verwendeten Energie abhängig gemacht werden.
Diese Therapieform verwendet Energieflussdichten von unterhalb 0,08 - 0,12 mJ/mm2.
Solch geringe Werte werden vorallem angewandt, wenn es um eine reine Schmerztherapie geht. Gelegentlich reichen solche Werte auch schon knapp aus, um Steine in den Halsspeicheldrüsen zu zertrümmern.
Bei dieser Anwendung halten sich die Schmerzen, falls überhaupt solche empfunden werden, im sehr erträglichen Rahmen.
In der Regel ist keine Lokalanästhesie erforderlich.
Auch die Nebenwirkungen sind minim.
Zum Erreichen des Therapieziels müssen jedoch bei dieser Form oftmals mehrere Behandlungen, teils schon in Abständen von 1-2 Tagen durchgeführt werden.
Diese Therapieform verwendet Energieflussdichten von etwa 0,12 mJ/mm2 bis etwa 0,28 mJ/mm2.
Mit dieser Therapie wird in der Regel bei Verkalkungen in oberflächlich gelegenen Sehnen oder Schleimbeuteln gearbeitet. Auch bei verzögerter Knochenbruchheilung (Pseudarthrose) werden mindestens solche Flussdichten benötigt.
Weil diese Behandlungsform schmerzhaft ist, benötigt man in der Regel eine Lokalanästhesie.
Fast immer entstehen als Nebenwirkungen lokale Hautrötungen, bisweilen sogar kleine Blutergüsse.
Zum Erreichen des Therapieziels reichen bei dieser Form 1 - 2 Behandlungen aus. Diese können in einem Abstand von etwa 1 - 2 Wochen erfolgen.
Diese Therapieform verwendet Energieflussdichten von mehr als 0,28 mJ/mm2.
Mit dieser Therapieform werden vorallem Nierensteine zertrümmert.
Diese Behandlungsform ist erheblich schmerzhaft und benötigt in den meisten Fällen eine Narkose oder zumindest eine angemessene Dolo-Analgesie (Schmerz- und Schlafmittel-Mischung).
Als Nebenwirkungen könne Blutergüsse in der unmittelbaren Nähe des Focusbereichs in tieferen Geweben entstehen.
Zum Erreichen des Therapieziels reicht in der Regel eine einzige Behandlung aus. Es kann aber auch einmal ganz hartnäckige Nierensteine geben, welche eine Wiederholung der Behandlung benötigen.
Im Gegensatz zur Behandlung von Verkalkungen am Bewegungsapparat, wo der Kalk auch unmittelbar nach der Behandlung noch sichtbar bleibt, ist bei der erfolgreichen Zertrümmerung (Lithotripsie) von Nierensteinen der Steinabgang durch den Harnleiter oder die Auflösung unmittelbar zu sehen.
7.1.99 BD